Katholische Kirche St. Petrus

Als Misdroy zu einem bekannten Kurort aufgestiegen ist, wurde auch die Seelsorge immer wichtiger. In der Stadt wurde eine Aktion zur Beschaffung von Mitteln für den Bau einer Pfarrkirche angekündigt. Der Rest wurde von einem Freund des Ortes, König Preußen Wilhelm IV, gestiftet. Architekt war Frederick August Stler, der sich an den Gestaltungsideen von Frederick Schinkel orientierte. Der Bau der Kirche begann 1860. Damals hatte Misdroy lediglich 439 Einwohner. Im Jahre 1862 wurde das Gebäude eingeweiht. Die Kirche wurde im damaligen neugotischen Stil erbaut und ist nach Expertenmeinung ein Meisterwerk unter den Bauten dieser Art.

Die schöne Kirche wurde auf den königlichen Hügeln gebaut, die heute als Piastenhügel bekannt sind. Sie wurde auf einem Fundament aus geschliffenen Steinen erbaut und ist auf die Ost-West-Achse ausgerichtet. Das rote Backsteingebäude mit seinen großen Spitzbogenfenstern wurde auf einem rechteckigen Grundriss errichtet. Das Innere besteht aus einem Kirchenschiff mit einem separaten fünfeckigen Presbyterium. An der Westseite schließt sich ein schlanker, hoher Turm an, der mit einem Helm und einem Kreuz bedeckt ist, das eine originelle Dekoration des Tempels darstellt.

Der künstlerische Wert der Kirche wird durch zahlreiche Details aus Sandstein unterstrichen. Auf der Vorderseite befindet sich eine Säulenveranda mit einer Skulptur des heiligen Petrus, des Schutzpatrons der Fischer. Einer wunderschönen Buntglas Rosette, ein Symbol für das Blut Christi. Zwischen 1980 und 1985 wurde die Kirche um eine Kapelle erweitert, die den alten und neuen Stil harmonisch miteinander verbindet. Von der Seite des Eingangs ist ein großes Bild in Form eines Mosaiks zu sehen, das Christus aus dem sinkenden Wasser zieht. Es ist ein Boot zu sehen und darin zwei Fischer. Unten steht die Inschrift „Herr Jesus rette mich“.

Der erste katholische Gottesdienst fand hier am 28. Juni 1946 statt. Hier gibt es einen schönen neugotischen Steinsockel. Im Chor befindet sich eine Orgel der bekannten Stettiner Firma „Griinberg“ aus dem Jahre 1914. Wie in der Vergangenheit rufen drei Glocken aus dem Jahr 1920 die Gläubigen zur Messe.

Die Vorkriegsdekoration der Kirche war ein Altar nach dem Entwurf von König Friedrich Wilhelm IV. Bei einem Besuch im Inneren der Kirche lohnt es sich, auf die moderne Ausstattung zu achten. Der Altar ist größtenteils aus Marmor gebaut.

Die Messe in der Kirche wird oft von den Priestern gefeiert, die hier im Urlaub sind. Um 12 Uhr beginnt der Hornsignalruf der Stadt auf dem Kirchturm zu spielen. Die Außenbeleuchtung der Kirche kurz nach Einbruch der Dunkelheit hat eine bemerkenswerte Wirkung.