Seebrücke

Die Geschichte der Seebrücke in Misdroy ist sehr ereignisreich. Der erste Steg wurde 1884 gebaut. Es war eine recht kleine Holzbrücke. Die Einwohner von Misdroy wussten schon damals, dass eine schöne, weite und lange Seebrücke perfekt wäre, um die Besucherzahl zu erhöhen. Im Juni 1906 war es dann soweit. Die Seebrücke wurde komplett renoviert und feierlich eröffnet und nach dem deutschen Kaiser Friedrich III benannt. Die Länge betrug beachtliche 370 Meter.

Auf den Dünen wurde eine Halle mit Geschäften und Cafés gebaut und auf der Brücke ein elegantes Glasrestaurant. Die gesamte Plattform wurde beleuchtet. Passagierschiffe aus Stettin, Swinemünde und anderen Orten konnten dort anlegten. Der Brückenkopf war von einem Kranz aus losen Steinen umgeben, die als Puffer vor störenden Wellen dienen sollten.



Im Jahre 1913 zerstörte ein starker Sturm die Pfeilerkonstruktion weitgehend. Die Einwohner von Misdroy reparierten den Schaden 1914. Wenig später, mit dem Ausbruch des ersten Weltkrieges wurde die Brücke erneut zerstört. Die Seebrücke wurde nach dem Ersten Weltkrieg wiederaufgebaut und auf 200 Meter Länge reduziert. Im Jahr 1954 beschädigte der Sturm fast die gesamte Konstruktion und sieben Jahre später brannte die Brücke ab.

Nachfolgend wurde die Brücke mehrmals repariert, bis 1985 als starke eisige Winde große Schäden verursachten. Aus Sicherheitsgründen musste die gesamte Seebrücke gesperrt werden bis sie schließlich 1989 komplett abgerissen wurde. Die neue Seebrücke wurde 1994 eröffnet. Sie war 120 Meter lang und auf ihr befanden sich zahlreiche Cafés und Geschäfte.

Die deutsche Firma „Adler-Schiffe“ hat sich 2003 bereits erklärt, die Brücke auf eine Länge von 395 Metern zu verlängern. Der Grund der Verlängerung war, der Schiffsflotte die Anreise nach Misdroy zu ermöglichen. Im März 2005 wurde der neue Teil der Konstruktion offiziell eröffnet.

Die Seebrücke in Misdroy ist die längste Stahlbetonkonstruktion ihrer Art in Polen. Auf der Plattform befinden sich halbrunde Aussichtsterrassen und Bänke, die vor allem bei Sonnenuntergängen belagert werden. An den Geländern hängen Vorhängeschlösser als Symbol für die Untrennbarkeit einer Beziehung. Die Polen nennen die Seebrücke „Molo“.

Es entstehen bereits neue Visionen rund um die Seebrücke. In Zukunft soll die Brücke Y-Förmig gestaltet werden und um ein Yachthafen und ein 50 Meter hohes Hotel mitten auf der Brücke erweitert werden.